DIE IDEE zu diesem Projekt entstand, als Oliver Hermann vor einigen Jahren eine umfangreiche Sammlung von Feldpostkarten und anderen persönlichen Notizen seines im Ersten Weltkrieg gefallenen Urgroßvaters in die Hände fiel. Auf vergilbtem Papier, in hektisch hingeschriebenen Worten, offenbarte sich auf erschütternde Weise die Tragik eines jungen Mannes, der vier Jahre seines kurzen Lebens kreuz und quer durch unseren Kontinent gezogen ist und dabei vermutlich Tod und Vernichtung in unfassbarem Ausmaß erlebt hat. Recherchen im verwandtschaftlichen Umfeld förderten weitere Dokumente aus dieser Zeit zu Tage. Über Postkarten, Briefe, Kondolenzschreiben und andere Zeugnisse der Generation unserer (Ur-)Großeltern wurde dieser Krieg plötzlich sehr persönlich und nachspürbar.
DIE SZENISCHE COLLAGE „WELTENBRAND“ kann ab April 2014 an jedem Ort aufgeführt werden, der sich in kritischem Erinnern mit dem Ersten Weltkrieg auseinandersetzt, z.B. in Museen, Gedenkstaätten, Kirchen, Schulen, Bibliotheken und natürlich Theatern. Unser Konzept sieht eine hohe Flexibilitaät in Bezug auf die angebotenen Innen- und Aussenräume vor. Die drei Akteure agieren in den zur Verfügung gestellten Räumen mit nur wenigen Requisiten, Musikinstrumenten und einem Kurzdistanzbeamer.

UNSER KONZEPT ist eine Collage aus Text-, Musik-/Klang- und Bildelementen. Passagen des expressionistischen Romans „Heeresbericht“ von Edlef Köppen werden mit der Lyrik August Stramms, Briefen von Soldaten, Alltagssituationen und Fragmenten offizieller Militärkommuniqués kontrastiert. Das Bühnenbild besteht aus Projektionen wechselnder Motive, die sich aus zeitgenössischen Fotos, Feldpostkarten und Bildern von kriegsteilnehmenden Malern zusammensetzen. Live gespielte Musik und vorproduzierte Kompositionen und Sounds geben dem Programm eine zusätzliche akustische Dimension.

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