Freiheit! 1848
Ein europäischer Traum

Es wogt hin und her: Radikale Demokraten proben den Aufstand. Liberale Bürger wollen Freiheit, haben aber Angst vor Anarchie. Überforderte Monarchen, hin und hergerissen zwischen Zugeständnissen und brutalem Gegenschlag – und mittendrin die Nationalversammlung, in der heftig um eine Verfassung gerungen und gestritten wird: Wie soll die deutsche Nation aussehen? Mit welchen Freiheiten für wen? Republik oder konstitutionelle Monarchie?
Es scheint lange her und hat mit uns heute doch mehr zu tun, als wir glauben.
Eine Produktion des Axensprung Theaters mit Unterstützung des Bundesarchivs, des Fonds für Darstellende Künste, der Landeszentrale für politische Bildung, der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius.
Mit: Jantje Billker, Oliver Hermann, Angelina Kamp, Erik Schäffler, Markus Voigt
Regie: Erik Schäffler, Musik: Markus Voigt, Text: Oliver Hermann & Markus Voigt, Bühne & Projektion: Oliver Hermann, Kostüm: Frauke Volkmann, Fotos: Alexandra Calvert
Der Trailer
Unsere Geschichte
2023/24 jährt sich die Revolution 1848/49 zum 175. Mal: Ein Kampf zwischen Volkssouveränität und Gottesgnadentum, zwischen Unterdrückung und Selbstbestimmung, um die Einheit der Nation. Die Anfänge deutscher Demokratie. Also um Freiheiten, wie wir sie heute kennen und um die weltweit wieder oder immer noch gerungen wird. Grund genug, diesen bis in unsere Zeit nachhallenden Ereignissen und Personen unsere besondere Aufmerksamkeit zu schenken und sich ihrer lebendig zu erinnern.
„Das Leben kann nur in der Schau nach rückwärts verstanden, aber nur in der Schau nach vorwärts gelebt werden.“ (Sören Kierkegaard)
Die Revolution wurde blutig niedergeschlagen. War sie gescheitert? Oder nur unvollendet? Wollte man zu früh zu viel? Jedenfalls leitete sie einen Wandel ein, der nicht mehr aufzuhalten war.
Unsere Geschichte
Natürlich ist es unmöglich, die gesamte Komplexität dieser Zeit in einer Theaterproduktion aufzuzeigen. Aus diesem Grund wollen wir uns in einer kompakten, ca. 90-minütigen Inszenierung auf einige Ereignisse und Personen der Epoche zwischen März 1848 und Juli 1849 fokussieren, die wir als besonders entscheidend und wichtig erachten.
Und auf drei wesentliche Orte:
- Berlin als Sitz des preußischen Königs und als ein Zentrum der reaktionären Macht
- Die Nationalversammlung in Frankfurt als Ort des zähen Ringens um Demokratie und gleichzeitig rasanten Erfindens demokratischer Strukturen
- Baden als wesentlicher Brennpunkt revolutionärer Aufstände und schließlich auch deren tragischen Scheiterns
Unser Stück beginnt mit einer kurzen, rasanten Szene als Einführung in die wichtigsten Ereignisse des Vormärz.
Drei Handlungsstränge ziehen sich als Parallelmontagen durch das Stück:
Adam Röhl, ein Polizeibeamter aus Hohenzollern-Sigmaringen, zur Hospitation bei der preußischen Polizei delegiert, trifft in den Wirren der Berliner Barrikadenkämpfe auf Caroline Steigleder, die sich als Prostituierte durchschlagen muss. Beide sind entsetzt von den Gewaltexzessen des Militärs und setzen sich aus unterschiedlichen Gründen nach Süddeutschland ab, um sich dort den Revolutionären anzuschließen.
Die Zuschauer werden Zeugen hochemotionaler Begegnungen im Schloss des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. mit seinem konservativen Vertrauten Joseph Maria von Radowitz und General Karl von Prittwitz, Kommandant der Garde-Infanterie. Im Verlauf des Stückes kommt es zum Kotau des gedemütigten Monarchen vor den Toten der Barrikadenkämpfe und dessen schwarz-rot-goldenem Scheinbekenntnis zur Freiheits- und Einheitsbewegung.
Ein weiterer Handlungsstrang sind die dramatischen politischen Konflikte im Vorparlament und in der Nationalversammlung. Wir verdeutlichen das Auseinanderdriften der politischen Positionen und Haltungen am Beispiel einiger Protagonisten der Revolution, wie Friedrich Hecker, Amalie und Gustav Struve, Robert Blum, aber auch des liberalen Friedrich Daniel Bassermann.
Der Heckerzug und der Struveputsch werden thematisiert.
Unsere Figuren werden mit dem Tod Blums in Wien, sowie der blutigen Niederschlagung der Badischen Revolution durch preußische Truppen immer stärker in die dramatischen Ereignisse hineingezogen.
Das Stück endet mit der Kapitulation der Festung Rastatt.
In einem kurzen Epilog halten Struve und Blum einen Rückblick auf die damaligen Ereignisse aus heutiger Perspektive. In historischen und selbst komponierten Liedern werden besondere Ereignisse und Protagonisten der Revolution, aber auch Phänomene, wie die europäische Dimension der Volksaufstände, musikalisch eingebettet.
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Besucher:innen und Presse sind begeistert
‘Quellen zum Sprechen bringen‘ ist eine hohe Kunst, die Axensprung so sehr gut beherrscht. Weiter so!
Das Axensprung Theater Hamburg ließ die Anfänge der demokratischen Entwicklung in Deutschland auf der Bühne aufleben. Virtuos schlüpften die fünf Akteur:innen in unterschiedliche historische Rollen und ermöglichten so, verschiedene Perspektiven auszuleuchten. Die kompakte 90-minütigen Inszenierung fokussiert auf die revolutionären Ereignisse zwischen März 1848 und Juli 1849. Für das Theaterstück ist Axensprung tief in das Quellenmaterial eingetaucht und bleibt eng an historischen Zeugnissen. In rasanten Rollenwechseln, mit Liedbeiträgen, Klangcollagen und Bildanimationen wird der Kampf zwischen Volkssouveränität und Gottesgnadentum, zwischen Unterdrückung und Selbstbestimmung, der Kampf um die Einheit der Nation dramatisch verdichtet auf die Bühne gebracht.
Ein großartiges Theaterstück sah ich gestern in Berlin, informativ und hochemotional, ‚Freiheit!1848‘ vom Hamburger Axensprung Theater. Die spannende Frage, wie wird die Inszenierung dieses hochkomplizierte Geschichtskapitel aufreißen? Zunächst: Alle theatralischen „Zutaten“ stimmten; ausdrucksstarkes Schauspiel, womit auch die stimmlichen Gesangsparts gemeint sind. Trotz zwangsläufiger Reduktion gelingt es dem Stück, dramaturgisch geschickt auf die entscheidenden 48/49er Ereignisse zugeschnitten, dieses Zeitkapitel klar und sachlich zu erhellen. Dazu tragen überdies historische Bilder und Grafiken bei, korrespondierend mit den Spielszenen, desgleichen aus der Szenerie herausgelöste Erzählersequenzen … Immer wieder schlüpfen die fünf Schauspieler:innen in andere Rollen. Dabei gelingt es ihnen, diesen Figuren charakteristischen Gestus einzuhauchen. Hohe darstellerische Kunst! Und so entstand ein interessanter, mitreißender Geschichtsexkurs, mit durchaus journalistischen Prägungen. Sehr zu empfehlen, auch für den Geschichtsunterricht an Schulen!
Aktueller denn je zeigt das Schauspiel von Oliver Hermann und Markus Voigt ein packendes Panorama des ringenden Kampfes für Freiheit und Demokratie. Mit einer dichten Inszenierung gelang es, ein spannendes Stück Zeitgeschichte hautnah mitzuerleben. So wurden die Zuschauerinnen und Zuschauer Zeugen der leidenschaftlichen Debatten in der Frankfurter Nationalversammlung, erlebten die sozialen Spannungen in Berlin und fieberten mit den badischen Revolutionären.
Mignon Remé, Oliver Hermann, Markus Voigt, Michael Bideller (in acht Rollen von Ludendorff über von Melle bis Ebert!) und Erik Schäffler gelingt, was leicht misslingen kann: Geschichte im Zeitraffer atmosphärisch berührend mit Sinn für Komik im blutigen Ernst auf die Bühne zu bringen.
Das KreativTeam
Schauspieler, Autor, Sprecher

Schauspielerin, Regisseurin

Schauspieler, Autor, Regisseur

Schauspielerin, Sprecherin

Schauspieler, Komponist, Autor

Schauspielerin, Sprecherin

Schauspieler, Autor, Veranstaltungsmanager

Kostümbildnerin

Grafiker

Fotografin

Maler, Zeichner, Regisseur

Schauspieler, Fotograf, Webdesigner











