Ruin
Ein Schauspiel über den Niedergang unserer ersten deutschen Demokratie

In RUIN, dem dritten und in sich abgeschlossenen letzten Teil unserer WEIMAR-TRILOGIE, folgen wir unseren durchgehenden fiktiven und den historischen Figuren in das Ende der Weimarer Republik (1929-1933), die geprägt war von der Weltwirtschaftskrise und damit einer tiefen wirtschaftlichen und sozialen Not.
Die Menschen litten unter dem Zusammenbruch der politischen Stabilität, den Straßenschlachten und Toten, dem verzweifelten Kampf der Republik um ihre Existenz bis hin zum Aufstieg der Nationalsozialisten.
Parteien mit simplen Botschaften und klaren Feindbildern erhielten großen Zulauf. Ein immer größerer Teil der Bevölkerung suchte sein Glück und seine Identität in radikalen und absurden Heilsversprechen, vor allem denen der Nationalsozialisten.
Die politische Gewalt zwischen den extremistischen Kräften untereinander, mit der Polizei und dem Republikschutzverband eskalierte Anfang der 1930er Jahre in einem bisher nicht gekannten Ausmaß. Die Zahl der Schwerverletzten und Toten stieg unaufhörlich.
Falschmeldungen und Propaganda („Fake News“) überdeckten und verfälschten zunehmend den differenzierten Blick auf die Wirklichkeit. Einfache und weltverschwörerische Erklärungen für brennende Probleme wurden stellvertretend geglaubt. Insbesondere die Nationalsozialisten waren Meister der Propaganda und nutzten moderne Kommunikationstechniken virtuos für die Meinungsmanipulation.
Dabei hatte sich die erste gesamtdeutsche Demokratie bis dahin gut gehalten: Nach überstandenen Umsturzversuchen von rechts wie links war es Außenminister Gustav Stresemann gelungen, das zutiefst verachtete und gedemütigte Nachkriegs-Deutschland in den Völkerbund einzubinden und die Anerkennung und den Respekt aller europäischen Nachbarn zu gewinnen. Die häufig als „Golden” bezeichneten Jahre 1924-1929 schufen eine Zeit immenser Freiheiten und wissenschaftlicher und künstlerischer Leistungen.
Dass diese Freiheit allerdings – damals wie heute – aktiv bewahrt werden muss, und nur innerhalb einer europäischen Einbindung möglich ist, erfahren die Protagonisten in unseren Theaterstücken hautnah.
Mit: Oliver Hermann, Angelina Kamp, Mignon Remé, Erik Schäffler, Markus Voigt
Regie: Erik Schäffler, Musik: Markus Voigt, Text: Erik Schäffler & Ensemble, Bühne & Projektion: Oliver Hermann, Kostüm: Frauke Volkmann, Fotografie: Alexandra Calvert, Grafik: Boris Porr
Der Trailer
Unsere Geschichte
LUCY LEWIN feiert während der Krisenjahre den Höhepunkt ihrer Karriere als Fotografin im Himmel über Hamburg, bis sie wegen der Aufdeckung von Militärgeheimnissen und vor allem als Jüdin jäh in die Hölle stürzt.
KARL-OTTO „KARLO“ RETTMANN, Musiker und notorischer Durchschnorrer verschließt seine Ohren nicht vor der Nazipropaganda und bekommt vom NSDAP-Gauleiter in Hamburg – der einen Narren an ihm gefressen hat – ein Angebot, das er kaum ablehnen kann.
MARTHA KNIES hat sich jahrelang für Frauenrechte und Gleichheit aufgerieben und muss in der Krise mit ansehen, wie ihre Kinder den gegenteiligen Werten folgen. Zudem taucht plötzlich ihr Ex-Mann
RUDI KNIES wieder auf. Der ehemalige Freikorpskämpfer und Politmörder ist nun SA-Obersturmbannführer und kommt mit einer seltsamen Bitte.
PAUL SCHÄTZING kann den Vormarsch und die eskalierende Gewalt der radikalen Parteien KPD und NSDAP nicht mehr ertragen. Er engagiert sich für die stärkste Massenorganisation der Weimarer Republik, das Reichsbanner. Als dieses aufgrund des strikten Waffenverbotes durch die demokratischen Parteien hilflos der Machtübernahme Hitlers zusehen muss, wird ihm klar: er muss selbst zum Gewalttäter werden…
Wir erzählen Geschichte über Geschichten nacherlebbarer Charaktere. Da wir stets einen Bezug zu unserer Heimatstadt Hamburg herstellen, beschreiben wir in RUIN auch den Aufstieg von
KARL KAUFMANN, eines unscheinbaren Mannes aus unsicheren Verhältnissen, der von Josef Goebbels als NS-Gauleiter für Hamburg eingesetzt wurde, um „einen schönen Stall auszumisten“.
Hamburg galt bis 1929 als „linkes Nest“. Kaufmann nimmt diese seine „letzte Bewährungsprobe“ sehr ernst. Später wird er verantwortlich sein für die Enteignung und Deportation tausender Hamburgischer Juden.
Songs
bilder
Besucher:innen und Presse sind begeistert
Geschichte interessant, kurzweilig und nachhaltig aufbereitet. Sensationell! Das sollte eine Pflichtveranstaltung für Schulen werden.
Hoffnung, Lebenslust, Wut und Verzweiflung wechseln sich ab in diesen Jahren der Weltwirtschaftskrise, in denen die NSDAP von der Mini-Splitterparte zweitstärksten politischen Kraft im Lande aufsteigt und mit ihren SA-Schlägertrupps die Straßen unsicher macht. Alle fünf Schauspielerinnen und Schauspieler verkörpern in bewährter Axensprung-Manier in fliegendem Wechsel mehrere, ganz unterschiedliche Rollen. Das Ensemble hat erneut eine Episode Geschichte lebendig gemacht, unter Berücksichtigung heutiger Entwicklungen wohl die wichtigste aus der jüngeren deutschen Geschichte.
Spannend ist das Schauspiel. Man darf es ruhig in das Genre Drama einordnen. Manchmal springt Kabarett hinein, bittere Satire. Das fünfköpfige Ensemble spielt dicht und intensiv im ständigen Rollenwechsel einen rasanten Spiegel seiner Zeit. Gut, dass auch so viele junge Leute im vollbesetzten Theatersaal waren. Heftiger Applaus und teilweise stehende Ovationen.
Nach ‚Gier‘ und ‚Vulkan‘ hat die freie Gruppe mit ‚Ruin‘ ihre Weimar-Trilogie abgeschlossen. Die von Markus Voigt komponierten Lieder und Toncollagen bereichern das von Erik Schäffler inszenierte Schauspiel. Das von der Landeszentrale für politische Bildung finanzierte Projekt bietet mit der Beschreibung der Jahre bis 1933 viel mehr als theatralen Geschichtsunterricht.
Die ‚Goldenen 20er Jahre‘. Das Axensprung Theater lässt diese Zeit lebendig werden, mit fiktiven und historischen Persönlichkeiten. Das Stück ist rasant, packend und unterhaltsam. So macht Geschichte richtig Spaß.
Das KreativTeam
Schauspieler, Autor, Sprecher

Schauspielerin, Regisseurin

Schauspieler, Autor, Regisseur

Schauspielerin, Sprecherin

Schauspieler, Komponist, Autor

Schauspielerin, Sprecherin

Schauspieler, Autor, Veranstaltungsmanager

Kostümbildnerin

Grafiker

Fotografin

Maler, Zeichner, Regisseur

Schauspieler, Fotograf, Webdesigner











