Weltenbrand

Eine szenische Collage über den ersten Weltkrieg

Motiv zum Theaterstück "Weltenbrand"

WELTENBRAND – Die Geschichte des Kriegsfreiwilligen Reisiger. Basierend auf dem Roman „Heeresbericht“ (1930) in dem der Autor Edlef Koeppen seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg verarbeitet, erzählt WELTENBRAND die Geschichte des jungen Reisiger, der – wie so viele! – euphorisch in den Krieg zieht. Erst begeistert und mit Pflichtgefühl, dann mit zusammengebissenen Zähnen und schierer Verzweiflung der irrsinnigen Maschinerie des Krieges ausgesetzt. Er gerät in den zermürbenden Kriegsalltag im Schützengraben, in sinnloses Trommelfeuer, Kavalleriemassaker und Gasangriffe, wird verletzt, kehrt freiwillig zurück und erlebt, eingeholt von der Realität des Grauens und der Zerstörung, ernüchtert den Zerfall jeder Moral. Mit zeitgenössischen Zitaten und Fotos, vertonten Gedichten August Stramms, Bildern von Otto Dix und einer Ebene aus Geräuschen und Musik verbindet sich diese Geschichte zu einem zeitlosen und intensiven Theatererlebnis.

Am Beispiel der Generation unserer Groß- und Urgroßeltern wird auf beklemmende Weise klar, was Krieg mit dem Einzelnen macht. Damals wie heute.

Der Trailer

Unsere Geschichte

VOR HUNDERT JAHREN brach mit dem Ersten Weltkrieg die Urkatastrophe über den europäischen Kontinent herein. Sie dauerte vier Jahre. Er war der erste „moderne“ Krieg, gekennzeichnet durch die Mobilmachung aller menschlichen, wirtschaftlichen und industriellen Ressourcen. An den Fronten im Osten wie im Westen verwüstete er weite Landstriche und trieb ganze Provinzen in den Ruin. Drei Kaiserreiche tilgte er von der politischen Landkarte. Fast zehn Millionen Soldaten verloren in ihm ihr Leben – Menschen jeglicher Nationalität, Herkunft, Religion und Hautfarbe. Sie kamen aus Europa und Nordamerika, aus den Ländern des Commonwealth und den Kolonien in Afrika, Indien und Ostasien. Sie waren Söhne, Brüder, Ehemänner und Väter. Dazu kamen ca. fünf Millionen tote Zivilisten: Kinder, Frauen, alte Menschen.

Edlef Köppen “Ich bin am 01. März 1893 geboren. Infolgedessen war ich imstande, mich im August 1914 kriegsfreiwillig zu den Waffen zu begeben, die ich von Oktober 14 bis Oktober 18 in Allerhöchstem Auftrag als Kanonier, Gefreiter, Unteroffizier, Vizewachtmeister, Offizierstellvertreter, Leutnant der Reserve in West und Ost weidlich führte. Ich tat das mit Begeisterung, mit Pflichtgefühl, mit zusammengebissenen Zähnen, mit Verzweiflung, bis man mir das EKI verlieh und mich ins Irrenhaus steckte. – Als der Frieden kam, stellte ich mich im Studium von Germanistik und Literaturgeschichte auch ihm willig zur Verfügung. Nicht ohne meine Arbeiten, die ab 1916 als “Verse vom Schlachtfeld” und als Aufrufe gegen den befohlenen Mord gedruckt wurden, nun friedlicher fortzusetzen. Das Studium wurde abgebrochen, als ich merkte, dass man auf Hochschulen anno 1920 noch bei der Gemütlichkeit der Vorkriegsjahre zu beharren beliebte. – Der Beruf begann, Buchhändler, Verleger, “freier” Schriftsteller. Die Not begann, der Hunger. – Ich übersetzte Heraklit, schrieb für Tageszeitungen, füllte bescheiden die Schubladen mit Manuskripten. – Endlich kam ein Beruf, der mehr gab als die Möglichkeit zu Handlangerdiensten: Beim Rundfunk.In ihm lebe ich jetzt. Ihn liebe ich. Also kann die Arbeit beginnen, deren erster Niederschlag dieses Buch ist. Die Aufgaben werden klarer: es geht um nichts anderes als um die Reinlichkeit dieses fragwürdigen Daseins.” – Klappentext zur Erstausgabe „Heeresbericht“ 1930

Edlef Köppen starb 1939 an den Folgen seiner Kriegsverletzung.

August Stramm war im Frühexpressionismus ein Naturereignis. Während die jungen Berliner Dichter wie Georg Heym, Jakob van Hoddis, Alfred Lichtenstein und andere in der Radikalität ihrer strengen Verse gängige Lebensinhalte zertrümmerten, zerschlug August Stramm die bisher unangetastete poetische Form der Gedichte. Er zerbrach syntaktische Zusammenhänge, und so entstand aus den Assoziationen der Wörter eine neue lyrische Sprache von unerbittlicher Eindringlichkeit. Sie machte Stramm über den Expressionismus hinaus zu einem Klassiker der Moderne. – Vorwort von Paul Raabe zu „August Stramm. Alles ist Gedicht“

Mit seiner am Sprach-Material orientierten Kunst führte Stramm die Abstraktion in die deutsche Dichtung ein. Lange nur von Kennern rezipiert und gewürdigt, übte Stramm eine starke Wirkung aus, auf den Dadaismus und auf Kurt Schwitters, auch auf Arno Schmidt. Seine Sprachbehandlung findet ihre Fortsetzung sowohl in der konkreten Poesie wie auch beispielsweise in Paul Celans später Lyrik. – Vorwort des Hrsg. Jeremy Adler in: „August Stramm. Die Dichtungen“

August Stramm wurde 1874 in Münster geboren. 1893 nach seiner Ernennung zur „Posteleve“ bei der Reichspostverwaltung absolvierte er 1896/7 seine einjährige Dienstpflicht bei der Armee. 1902 legt er die höhere Verwaltungsprüfung für Post und Telegrafie ab, heiratet Else Krafft und wird Leutnant der Reserve. Beginn seiner vielseitigen künstlerischen Tätigkeit mit dem Aufsatz „Auswanderer!“. 1909 Dissertation an der Universität Halle-Wittenberg über das Welteinheitsporto und Beförderung zum Postinspektor, sowie zum Oberleutnant der Reserve. Mitte April 1915 wird Stramm an die Ostfront versetzt. Am 1. September fällt er bei einem Angriff die Stellung Dnjepr-Bug Kanal vor Horodec und wird auf dem dortigen jüdischen Friedhof bestattet.

Songs

Komponist: Markus Voigt

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Das KreativTeam

Oliver Hermann

Schauspieler, Autor, Sprecher

Oliver Hermann
Mignon Remé

Schauspielerin, Regisseurin

Mignon Remé
Erik Schäffler

Schauspieler, Autor, Regisseur

Erik Schäffler
Angelina Kamp

Schauspielerin, Sprecherin

Angelina Kamp
Markus Voigt

Schauspieler, Komponist, Autor

Markus Voigt
Jantje Billker

Schauspielerin, Sprecherin

Jantje Billker
Uwe Job

Schauspieler, Autor, Veranstaltungsmanager

Uwe Job
Frauke Volkmann

Kostümbildnerin

Frauke Volkmann
Boris Porr

Grafiker

Boris Porr
Andreas Karmers

Maler, Zeichner, Regisseur

Andreas Karmers
Markus Richter

Schauspieler, Fotograf, Webdesigner

Markus Richter

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